Du hast dimmbare LED-Einbaustrahler eingebaut, aber beim Dimmen flackern sie, brummen oder gehen nicht unter 30 %? Das ist eines der häufigsten Probleme bei LED-Beleuchtung – und fast immer liegt es nicht am Strahler, sondern am Dimmer. Hier erfährst du, warum das passiert und wie du es löst.
Warum LED-Einbaustrahler beim Dimmen flackern
Das Problem hat meistens eine von drei Ursachen:
Ursache 1: Falscher Dimmer-Typ
Die meisten Unterputz-Dimmer in deutschen Häusern sind Phasenanschnittdimmer – entwickelt für Glühbirnen und Halogenlampen. LEDs brauchen aber einen Phasenabschnittdimmer (auch „Trailing Edge“ genannt) oder einen speziellen LED-Dimmer.
Mit dem falschen Dimmer-Typ passiert Folgendes:
- Flackern, besonders bei niedrigen Helligkeitsstufen
- Brummen oder Summen
- Strahler geht plötzlich aus oder springt in der Helligkeit
- Dimmen nur in einem kleinen Bereich möglich (z. B. 40–100 %)
Lösung: Tausche den Dimmer gegen einen LED-kompatiblen Dimmer. Gute LED-Dimmer kosten 25–50 € und lösen das Problem in 9 von 10 Fällen.
Ursache 2: Mindestlast nicht erreicht
Viele Dimmer brauchen eine Mindestlast von 25–40 Watt, um stabil zu funktionieren. Ein einzelner LED-Einbaustrahler verbraucht aber oft nur 5–7 Watt – das ist zu wenig.
Lösung: Verwende einen Dimmer mit niedriger Mindestlast (ab 1–3 Watt) oder schließe mehrere Strahler an denselben Dimmerkreis an.
Ursache 3: Strahler ist nicht dimmbar
Nicht jeder LED-Einbaustrahler ist dimmbar – auch wenn er LED ist. Ein nicht dimmbarer Strahler an einem Dimmer flackert oder funktioniert gar nicht. Prüfe vor dem Kauf, ob der Strahler als „dimmbar“ gekennzeichnet ist.
Dimmer-Typen im Überblick
| Dimmer-Typ | Technik | Geeignet für LEDs? |
|---|---|---|
| Phasenanschnitt (Leading Edge) | Schneidet Anfang der Sinuswelle | Selten – verursacht oft Flackern |
| Phasenabschnitt (Trailing Edge) | Schneidet Ende der Sinuswelle | Ja – empfohlen für dimmbare LEDs |
| Universal-/LED-Dimmer | Erkennt Last automatisch | Ja – beste Kompatibilität |
| DALI / 1-10V | Separate Steuerleitung | Ja – professionelle Installationen |
Alternative: PWM-Dimmer auf Niederspannungsseite
Wenn du LED-Strahler mit einem externen Netzteil (12V/24V) betreibst, kannst du statt eines 230V-Dimmers einen PWM-Dimmer zwischen Netzteil und LEDs schalten. Dieser dimmt auf der Niederspannungsseite und ist zu 100 % flackerfrei – vorausgesetzt, die PWM-Frequenz liegt über 1 kHz.
Das ist die gleiche Technik, die auch bei LED-Streifen verwendet wird. Mehr dazu in LED-Streifen: Häufige Fehler & Lösungen.
Checkliste: Dimmbare Einbaustrahler richtig einsetzen
- Strahler als „dimmbar“ gekennzeichnet?
- LED-kompatibler Dimmer (Phasenabschnitt oder Universal)?
- Mindestlast des Dimmers erreicht?
- Alle Strahler vom gleichen Hersteller/Typ? (Mischen führt oft zu Problemen)
- Dimmer auf LED-Modus eingestellt (falls vorhanden)?
Smarthome-Alternative: Dimmen ohne Dimmer
Statt eines klassischen 230V-Dimmers kannst du dimmbare Einbaustrahler auch über Smarthome-Systeme steuern – z. B. mit Zigbee-Zwischensteckern oder WLAN-Relais. Das umgeht die Kompatibilitätsprobleme komplett, setzt aber ein Smarthome-System (z. B. Home Assistant) voraus.
Wie Smarthome-Integration funktioniert, erfährst du in LED-Streifen ins Smarthome integrieren.
Fazit: Der Dimmer ist fast immer das Problem
Wenn dimmbare LED-Einbaustrahler flackern, liegt es in den meisten Fällen am falschen Dimmer. Ein LED-kompatibler Dimmer mit niedriger Mindestlast löst das Problem fast immer. Achte beim Kauf darauf, dass Strahler und Dimmer zueinander passen – dann dimmt alles sauber von 0 bis 100 %.
Mehr zur Planung von Einbaustrahlern findest du in Einbaustrahler richtig planen.
