Du hast günstige LED-Lampen gekauft und jetzt flackern sie – beim Einschalten, beim Dimmen oder sogar im ausgeschalteten Zustand? Das ist kein Zufall. Billige LED-Leuchtmittel sparen an einer entscheidenden Stelle: dem Treiber. Hier erfährst du, warum das passiert und was du dagegen tun kannst.
Was macht der Treiber in einer LED-Lampe?
Jede LED braucht einen konstanten Strom, um gleichmäßig zu leuchten. Die Aufgabe des Treibers (eingebaut im Sockel der Lampe) ist es, die 230V Netzspannung in einen stabilen Gleichstrom umzuwandeln. Bei hochwertigen Lampen übernimmt das ein gut konstruierter Schaltregler. Bei Billig-Lampen wird hier gespart.
Warum billige LEDs flackern
Ursache 1: Einfacher Lineartreiber statt Schaltregler
Günstige LEDs verwenden oft einen Lineartreiber – im Grunde nur einen Widerstand, der die Spannung begrenzt. Das Problem: Die 230V-Netzspannung schwankt mit 50 Hz (100 Mal pro Sekunde zwischen Minimum und Maximum). Ein guter Schaltregler gleicht das aus, ein Lineartreiber nicht. Das Ergebnis: Flackern mit 100 Hz.
Dieses Flackern siehst du oft nicht direkt – aber dein Gehirn registriert es. Die Folgen: Kopfschmerzen, Augenermüdung, Unwohlsein. Mit der Smartphone-Kamera ist das Flackern manchmal als wandernde Streifen sichtbar.
Ursache 2: Fehlende Glättungskondensatoren
Ein Kondensator im Treiber glättet die gleichgerichtete Spannung und überbrückt die Nulldurchgänge. In Billig-Lampen wird dieser Kondensator weggelassen oder ist unterdimensioniert. Die LED bekommt dann keinen sauberen Gleichstrom, sondern eine pulsierende Spannung.
Ursache 3: Flackern im ausgeschalteten Zustand
Deine LED blitzt oder glimmt, obwohl der Schalter aus ist? Das liegt meistens an:
- Beleuchteter Schalter: Die Kontrollleuchte im Lichtschalter leitet einen kleinen Strom durch die LED – bei Billig-Lampen reicht das zum Glimmen
- Kapazitive Kopplung: Lange Kabelwege in der Wand können einen Reststrom induzieren
- Schlechte Elektronik: Der Kondensator im Treiber lädt sich auf und entlädt sich periodisch – die LED blitzt kurz auf
Lösung: Einen Grundlast-Widerstand (auch „Ableitwiderstand“) parallel zur LED einbauen. Oder: Bessere LED-Lampen kaufen – die haben dieses Problem nicht.
Was gute LED-Lampen besser machen
| Merkmal | Billige LED | Hochwertige LED |
|---|---|---|
| Treiber | Lineartreiber oder einfacher Gleichrichter | Schaltregler mit Glättung |
| Flackern | Oft sichtbar (100 Hz) | Flackerfrei (< 1 %) |
| Dimmbarkeit | Selten oder fehlerhaft | Sauber, gleichmäßig |
| CRI | Oft unter 80 | 80–95+ |
| Lebensdauer | 5.000–10.000 h | 25.000–50.000 h |
| Garantie | Keine oder 1 Jahr | 2–5 Jahre |
Woran du gute LED-Lampen erkennst
- Markenname: Bekannte Hersteller investieren in gute Treiber-Elektronik
- Flicker-free-Angabe: Steht auf der Verpackung – wenn nicht, ist Vorsicht geboten
- CRI ≥ 90: Hoher CRI deutet auf bessere LED-Chips und Treiber hin
- Garantie: 3+ Jahre Garantie zeigt Vertrauen in die eigene Qualität
- Preis: Eine gute E27-LED kostet 3–8 €. Unter 1 € wird zwangsläufig an der Elektronik gespart.
Smartphone-Test: Flackern erkennen
Richte deine Smartphone-Kamera auf die eingeschaltete LED-Lampe. Siehst du wandernde dunkle Streifen im Bild? Dann flackert die Lampe. Dieser Test funktioniert besonders gut mit der Slow-Motion-Funktion der Kamera. Hochwertige LEDs zeigen ein gleichmäßiges Bild ohne Streifen.
Fazit: Billig kaufen heißt zweimal kaufen
LED-Lampen unter 1 € sparen an der Elektronik – und das merkst du beim Flackern, bei der Farbwiedergabe und bei der Lebensdauer. Investiere lieber 3–5 € pro Lampe und habe dafür flackerfreies Licht mit gutem CRI für viele Jahre. Die Mehrkosten hast du durch die längere Lebensdauer schnell wieder raus.
Welcher Sockeltyp in deine Leuchte passt, erfährst du in E27, GU10 & Co – welche LED-Leuchtmittel sind sinnvoll? Und wenn deine dimmbaren Einbaustrahler Probleme machen, hilft Dimmbare LED-Einbaustrahler – warum es flackert.
