Wie hell muss mein LED-Streifen sein? Diese Frage stellen sich die meisten Einsteiger – und die Antwort ist weniger kompliziert als gedacht. In diesem Artikel lernst du, wie du Lumen pro Meter richtig einschätzt, warum indirekte Beleuchtung mehr braucht als direkte und welche Werte für welchen Raum sinnvoll sind.
Lumen – die einzige Zahl, die zählt
Watt sagt nur, wie viel Strom ein LED-Streifen verbraucht – nicht, wie hell er ist. Die Helligkeit wird in Lumen (lm) gemessen. Bei LED-Streifen findest du die Angabe meist als Lumen pro Meter (lm/m).
Faustregel: Je mehr Lumen pro Meter, desto heller. Aber „heller“ ist nicht immer besser – es kommt auf den Einsatzzweck an.
Richtwerte nach Einsatzzweck
| Einsatz | Lumen pro Meter | Typischer Streifen |
|---|---|---|
| Orientierungslicht (Treppe, Flur nachts) | 100–250 lm/m | Einfarbig, geringe LED-Dichte |
| Akzentlicht (Regal, TV-Hintergrund) | 200–400 lm/m | Einfarbig oder RGB |
| Indirekte Beleuchtung (Voute) | 500–900 lm/m | CCT oder einfarbig, hohe Dichte |
| Arbeitslicht (Küche, Schreibtisch) | 800–1200 lm/m | Einfarbig neutralweiß |
| Raumbeleuchtung (Ersatz für Deckenlampe) | 1000–1500 lm/m | CCT oder einfarbig, hohe Leistung |
Warum indirekte Beleuchtung mehr Lumen braucht
Bei indirekter Beleuchtung strahlt der LED-Streifen gegen die Decke oder Wand. Das Licht wird reflektiert und füllt den Raum weich und blendfrei – aber dabei geht ein großer Teil verloren:
- Weiße Decke: Ca. 70–80 % des Lichts wird reflektiert → 20–30 % Verlust
- Helle Wand (Beige, Hellgrau): Ca. 50–60 % Reflexion → 40–50 % Verlust
- Dunkle Oberflächen: Unter 30 % Reflexion → über 70 % Verlust
Praxisbeispiel: Du brauchst 300 Lumen Raumlicht pro Quadratmeter. Dein Wohnzimmer hat 20 m² → das sind 6.000 Lumen gesamt. Bei einer weißen Decke mit 30 % Verlust brauchst du mindestens 8.500 lm vom Streifen – bei 8 Metern Voute also rund 1.050 lm/m.
Mehr zum Thema Voutenplanung findest du in Indirekte LED-Beleuchtung planen.
Lumen vs. Watt: So rechnest du um
Viele Datenblätter geben nur Watt pro Meter an. Die Lumenleistung hängt von der LED-Effizienz ab:
| LED-Typ | Typische Effizienz | 10 W/m ergeben ca. |
|---|---|---|
| SMD 2835 (Standard) | 80–100 lm/W | 800–1000 lm/m |
| SMD 2835 (High-CRI) | 70–85 lm/W | 700–850 lm/m |
| COB-Streifen | 85–110 lm/W | 850–1100 lm/m |
| RGB (alle Kanäle) | 30–50 lm/W | 300–500 lm/m |
RGB-Streifen sind deutlich weniger effizient als einfarbige – das liegt an den farbigen LEDs, die weniger Lumen pro Watt erzeugen. Für helle Beleuchtung deshalb immer RGBW oder CCT statt reinem RGB verwenden.
CRI: Lichtqualität beachten
Nicht nur die Menge des Lichts zählt, sondern auch die Qualität. Der CRI (Color Rendering Index) gibt an, wie natürlich Farben unter dem Licht wirken:
- CRI ≥ 90: Sehr gute Farbwiedergabe – empfohlen für Wohnräume, Küche, Bad
- CRI 80–89: Akzeptabel für Akzentbeleuchtung und Nebenräume
- CRI unter 80: Farben wirken flau und unnatürlich – nur für reine Orientierung
Hochwertige COB-Streifen erreichen oft CRI 90+ bei hoher Effizienz – ein guter Kompromiss aus Helligkeit und Lichtqualität.
Häufiger Fehler: Zu hell geplant
Viele Einsteiger kaufen den hellsten Streifen, den sie finden – und sind dann geblendet. Bedenke:
- Du kannst immer runterdimmen, aber nicht über die Maximalleistung hinaus aufdrehen
- Ein Streifen, der bei 50 % Helligkeit läuft, ist effizienter und langlebiger
- Lieber etwas zu hell kaufen und dimmen – das ist besser als zu dunkel und unzufrieden
Einen passenden Dimmer oder Smarthome-Controller findest du in unserem Artikel LED-Streifen ins Smarthome integrieren.
Fazit: Lumen ist dein wichtigstes Planungstool
Orientiere dich beim LED-Streifen-Kauf an Lumen pro Meter, nicht an Watt. Plane großzügig und dimme lieber herunter. Bei indirekter Beleuchtung mindestens 40 % mehr einplanen als du direkt bräuchtest. Und achte auf CRI 90+, wenn dir natürliche Farben wichtig sind.
Welcher Streifentyp zu deinem Projekt passt, erfährst du in LED-Streifen richtig auswählen. Und wie du das passende Netzteil berechnest, steht in Netzteil für LED-Streifen berechnen.
