Du willst LED-Streifen kaufen, aber die Auswahl überfordert dich? RGB, RGBW, CCT, adressierbar – was bedeutet das alles, und welcher Typ passt zu deinem Projekt? In diesem Artikel erfährst du die wichtigsten Unterschiede und bekommst einen klaren Entscheidungsweg.
LED-Streifen im Überblick: Welche Typen gibt es?
LED-Streifen unterscheiden sich hauptsächlich in der Art, wie sie Licht erzeugen und steuern. Hier sind die fünf gängigen Typen:
Einfarbig (Single Color)
Einfarbige LED-Streifen erzeugen genau eine Lichtfarbe – meistens Warmweiß (2700–3000 K), Neutralweiß (4000 K) oder Kaltweiß (6000–6500 K). Sie haben nur zwei Anschlüsse (+ und −) und brauchen keine aufwendige Steuerung. Ein einfacher Dimmer reicht.
Ideal für: Arbeitsbeleuchtung in der Küche, Schrankbeleuchtung, Treppenstufen – überall dort, wo du konstantes, funktionales Licht brauchst.
CCT (Tunable White / Dual White)
CCT steht für Correlated Color Temperature. Diese Streifen haben zwei Weiß-Kanäle (warmweiß + kaltweiß) und drei Anschlüsse. Damit kannst du die Farbtemperatur stufenlos regeln – von gemütlichem Warmweiß am Abend bis zu konzentrationsförderndem Kaltweiß am Tag.
Ideal für: Wohnräume, Büros und überall, wo du die Lichtstimmung an die Tageszeit anpassen willst. CCT ist der beste Kompromiss zwischen Flexibilität und Lichtqualität.
RGB (Rot, Grün, Blau)
RGB-Streifen mischen Farben aus drei Kanälen (Rot, Grün, Blau) – vier Anschlüsse insgesamt. Sie können Millionen von Farbtönen erzeugen. Der Haken: Reines Weiß können sie nicht gut. Das gemischte Weiß aus RGB wirkt immer leicht bläulich oder fahl.
Ideal für: Akzentbeleuchtung, Gaming-Setups, Partylicht – überall, wo Farbe im Vordergrund steht und kein sauberes Weiß gebraucht wird.
RGBW (RGB + Weiß)
RGBW-Streifen haben einen vierten, dedizierten Weiß-Kanal – fünf Anschlüsse. Das löst das größte Problem von RGB: Du bekommst sauberes Weiß und bunte Farben. Der Weiß-Kanal ist meist Warmweiß oder Neutralweiß.
Ideal für: Wenn du Farben und brauchbares Weißlicht willst, zum Beispiel im Wohnzimmer oder für indirekte Beleuchtung mit gelegentlichem Farbwechsel.
RGB+CCT (5-Kanal / 6-Pin)
Die Königsklasse: RGB plus zwei Weiß-Kanäle (warm + kalt). Sechs Anschlüsse, fünf Steuerkanäle. Du bekommst volle Farbkontrolle und stufenlos einstellbares Weißlicht. Der Nachteil: Höherer Preis, breitere Streifen, und du brauchst einen 5-Kanal-Controller.
Ideal für: Ambitionierte Smarthome-Projekte, wo du maximale Flexibilität willst und alles über einen Streifen lösen möchtest.
Vergleichstabelle: Alle LED-Streifen-Typen auf einen Blick
| Eigenschaft | Einfarbig | CCT | RGB | RGBW | RGB+CCT |
|---|---|---|---|---|---|
| Farben | 1 Weißton | Warmweiß – Kaltweiß | Millionen Farben | Farben + 1 Weißton | Farben + Warmweiß–Kaltweiß |
| Weißqualität | Sehr gut | Sehr gut | Schlecht | Gut | Sehr gut |
| Anschlüsse | 2 Pin | 3 Pin | 4 Pin | 5 Pin | 6 Pin |
| Controller nötig? | Nur Dimmer | CCT-Controller | RGB-Controller | RGBW-Controller | 5-Kanal-Controller |
| Preisniveau | Günstig | Mittel | Mittel | Mittel–Hoch | Hoch |
| Komplexität | Niedrig | Niedrig | Mittel | Mittel | Hoch |
Adressierbare LED-Streifen: Wann lohnen sie sich?
Bei allen bisherigen Typen leuchten immer alle LEDs gleichzeitig in derselben Farbe. Adressierbare Streifen (z. B. WS2812B, SK6812) sind anders: Hier kannst du jede einzelne LED separat ansteuern. Das ermöglicht Lauflichter, Regenbogeneffekte und reaktive Animationen.
Adressierbare Streifen brauchen einen Mikrocontroller (z. B. ESP32 mit WLED) statt eines normalen LED-Controllers. Die Verdrahtung ist einfacher (nur 3 Kabel), aber die Einrichtung ist technischer.
Adressierbar ist sinnvoll, wenn du:
- Individuelle Effekte und Animationen willst (Lauflicht, Ambilight, Regenbogen)
- Verschiedene Zonen auf einem Streifen getrennt steuern möchtest
- Spaß an Technik und WLED / Home Assistant hast
Adressierbar ist Overkill, wenn du:
- Einfach gleichmäßiges Licht an einer Küchenzeile willst
- Keine Lust auf Firmware-Konfiguration hast
- Ein möglichst simples Setup bevorzugst
12V oder 24V – welche Spannung?
Die meisten LED-Streifen gibt es in 12V und 24V Varianten. Kurz gesagt: 24V ist fast immer die bessere Wahl.
| Eigenschaft | 12V | 24V |
|---|---|---|
| Spannungsabfall | Stärker – max. ~3 m am Stück | Geringer – bis ~5 m am Stück |
| Strom bei gleicher Leistung | Doppelt so hoch | Halb so hoch |
| Kabelquerschnitt | Dicker nötig | Dünner reicht |
| Schneidbarkeit | Alle ~2,5 cm | Alle ~5 cm |
| Verfügbarkeit | Sehr gut | Sehr gut |
12V hat nur Vorteile, wenn du sehr kurze Stücke brauchst und besonders fein schneiden willst. Bei Strecken über 2 Meter ist 24V klar im Vorteil. Mehr dazu in unserem Vergleich 12V oder 24V LED-Streifen.
COB vs. SMD – was ist der Unterschied?
Neben dem Farbtyp gibt es noch einen wichtigen Unterschied bei der LED-Bauform:
- SMD-Streifen (z. B. 2835, 5050): Einzelne LEDs sind als Punkte sichtbar. Günstiger, aber ohne Profil mit Diffusor siehst du deutliche Lichtpunkte.
- COB-Streifen (Chip on Board): Die LEDs sitzen so dicht, dass sie eine durchgehende Lichtlinie erzeugen – auch ohne Diffusor. Sieht hochwertiger aus, kostet etwas mehr.
Für sichtbare Installationen (z. B. Glasregale, offene Profile) sind COB-Streifen die bessere Wahl. Für verdeckte Montage in Vouten oder unter Schränken reichen SMD-Streifen völlig aus.
Die 5 häufigsten Fehlkäufe bei LED-Streifen
Diese Fehler sehe ich immer wieder – spar dir das Lehrgeld:
- RGB statt RGBW/CCT gekauft: „Ich wollte doch nur Weißtöne dimmen.“ → Wenn du hauptsächlich Weiß brauchst, nimm CCT. RGB allein erzeugt kein gutes Weiß.
- 12V auf lange Strecken: Ab 3 Metern wird das Ende deutlich dunkler. Die Lösung: 24V nehmen oder beidseitig einspeisen.
- Zu schwaches Netzteil: Der Streifen braucht 60 W, das Netzteil liefert 60 W – dann läuft es am Limit und wird heiß. Immer 20–30 % Reserve einplanen. Mehr dazu im Artikel Netzteil für LED-Streifen berechnen.
- Billigstreifen ohne Angaben: Kein CRI-Wert, keine Lumen-Angabe, keine Marke – das wird fast immer enttäuschend. Achte auf mindestens CRI > 80 (besser > 90) für Wohnräume.
- Controller vergessen: Du hast einen tollen RGB+CCT-Streifen, aber keinen 5-Kanal-Controller. Prüfe vorher, ob Controller und Streifen zusammenpassen.
Entscheidungshilfe: Welcher LED-Streifen passt zu dir?
Beantworte dir diese drei Fragen – und du weißt, welchen Typ du brauchst:
Frage 1: Brauchst du Farben?
- Nein, nur Weiß: → Einfarbig (wenn eine Farbtemperatur reicht) oder CCT (wenn du Warm/Kalt regeln willst)
- Ja, bunte Farben: → Weiter zu Frage 2
Frage 2: Brauchst du auch gutes Weißlicht?
- Nein, nur Farbe: → RGB reicht
- Ja, Farbe und gutes Weiß: → RGBW (ein Weißton) oder RGB+CCT (einstellbar warm/kalt)
Frage 3: Willst du einzelne LEDs separat steuern?
- Nein: → Bleib bei den normalen Streifen (einfacher, günstiger)
- Ja, Effekte und Zonen: → Adressierbar (WS2812B, SK6812) mit WLED
Was du neben dem Streifen noch brauchst
Ein LED-Streifen allein reicht nicht. Zu jedem Projekt gehören:
- Netzteil: Passend zur Spannung (12V/24V) und mit genug Leistung + Reserve. → Netzteil berechnen
- Controller/Dimmer: Muss zum Streifen-Typ passen (2-Kanal für CCT, 4-Kanal für RGB, 5-Kanal für RGB+CCT). MiBoxer-Controller bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und lassen sich ins Smarthome integrieren.
- Verbinder/Kabel: Zum Anschließen und Verlängern. Achte auf die richtige Pin-Anzahl und Breite für deinen Streifen.
- Alu-Profil (optional aber empfohlen): Sorgt für bessere Wärmeableitung, Schutz und ein sauberes Lichtbild. Besonders bei sichtbarer Montage ein Muss. → Indirekte Beleuchtung planen
Bei LongLife-LED.de findest du hochwertige LED-Streifen, passende Controller und Zubehör – inklusive praktischem Stecksystem, das die Verkabelung deutlich einfacher macht.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Neben dem Streifen-Typ gibt es ein paar technische Werte, die du kennen solltest:
- Lumen pro Meter (lm/m): Gibt die Helligkeit an. Für Akzentlicht reichen 300–600 lm/m, für Arbeitslicht sollten es 800–1200 lm/m sein.
- CRI (Farbwiedergabe): Mindestens CRI 80, besser CRI 90+. Niedriger CRI lässt Farben im Raum fahl und unnatürlich aussehen.
- LED-Dichte (LEDs/m): Mehr LEDs = gleichmäßigeres Licht. Bei SMD-Streifen mindestens 60 LEDs/m, bei COB ist das kein Thema.
- IP-Schutzklasse: IP20 für Innenräume, IP65/IP67 für Feuchträume oder Außen.
- Watt pro Meter (W/m): Brauchst du für die Netzteil-Berechnung. Typisch: 5–15 W/m je nach Helligkeit.
Fazit: Keep it simple
Die Wahl des richtigen LED-Streifens ist weniger kompliziert als sie auf den ersten Blick scheint. Für die meisten Wohnraum-Projekte lautet die Empfehlung: CCT-Streifen in 24V. Du bekommst flexibles, hochwertiges Weißlicht ohne unnötige Komplexität.
Willst du zusätzlich Farben? Dann greif zu RGBW oder RGB+CCT. Und wenn du Spaß an Technik und Effekten hast, probier adressierbare Streifen mit WLED – es macht süchtig.
Egal für welchen Typ du dich entscheidest: Achte auf ein richtig dimensioniertes Netzteil und den passenden Controller. Dann steht deinem LED-Projekt nichts im Weg.

Vielen Dank für die super Übersicht! Ich wollte mein Wohnzimmer mit indirekter Beleuchtung aufpeppen, war aber von den ganzen Abkürzungen völlig erschlagen. Jetzt verstehe ich endlich den Unterschied zwischen RGB und RGBW – für mich ist ein echtes Warmweiß wichtig, also wird es wohl die RGBW-Variante. Eine kurze Frage noch: Brauche ich für adressierbare Streifen eigentlich immer einen speziellen Controller oder reicht da eine Standard-Fernbedienung?
Klasse Artikel, besonders die Abgrenzung zu CCT ist wichtig, da viele das mit einfachem Dimmen verwechseln. Ich setze mittlerweile fast nur noch auf adressierbare LED-Streifen (WS2812B), da die Effekte einfach dynamischer sind, wenn man sie über WLED ansteuert. Ein kleiner Tipp für die Leser: Achtet beim Kauf unbedingt auf die Spannung (5V vs. 12V/24V) wegen des Spannungsabfalls auf längeren Strecken! Das wird oft unterschätzt.