Auf vielen LED Panels steht „UGR < 19″ – aber was bedeutet das eigentlich? Der UGR-Wert ist entscheidend, wenn du Blendung vermeiden willst, besonders am Bildschirmarbeitsplatz. In diesem Artikel erfährst du, was der UGR-Wert ist, welche Grenzwerte gelten und worauf du beim Kauf achten musst.
Was ist der UGR-Wert?
UGR steht für Unified Glare Rating – auf Deutsch: „vereinheitlichte Blendungsbewertung“. Der Wert beschreibt auf einer Skala, wie stark eine Leuchte die Augen blendet. Je niedriger der Wert, desto weniger Blendung.
Wichtig: Der UGR-Wert ist keine reine Leuchten-Eigenschaft. Er hängt auch von der Raumgeometrie, der Position der Leuchte und dem Blickwinkel ab. Die Angabe „UGR < 19″ auf einem Panel bedeutet: Unter standardisierten Bedingungen blendet diese Leuchte nicht mehr als der Grenzwert erlaubt.
Die UGR-Skala verstehen
| UGR-Wert | Blendungsempfinden | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| < 16 | Kaum wahrnehmbar | Technische Zeichnung, Feinarbeit |
| < 19 | Gerade akzeptabel | Büro mit Bildschirm (Normvorgabe) |
| < 22 | Leicht störend | Allgemeine Büroarbeit ohne Bildschirm |
| < 25 | Deutlich wahrnehmbar | Industriehallen, Werkstätten |
| < 28 | Stark blendend | Nur für Bereiche ohne Sehaufgabe |
Warum UGR bei LED Panels wichtig ist
LED Panels sind Flächenleuchten – sie strahlen über eine große Fläche ab. Das ist grundsätzlich gut für gleichmäßiges Licht. Aber: Ohne passende Optik (Mikroprisma, UGR-Diffusor) kann ein Panel trotzdem blenden, besonders wenn du von der Seite darauf schaust.
Bei Bildschirmarbeitsplätzen ist das ein Problem: Du schaust auf den Bildschirm, und die Leuchte an der Decke spiegelt sich darin. Das führt zu:
- Ermüdung der Augen
- Kopfschmerzen bei längerer Arbeit
- Konzentrationsverlust
- Im schlimmsten Fall: Nichterfüllung der Arbeitsstättenrichtlinie
Normen: Was schreibt die DIN vor?
Die DIN EN 12464-1 regelt die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen. Sie legt für verschiedene Tätigkeiten Grenzwerte fest:
| Tätigkeit | Beleuchtungsstärke | UGR max. |
|---|---|---|
| Bildschirmarbeit, Büro | 500 Lux | 19 |
| Technisches Zeichnen | 750 Lux | 16 |
| Konferenzraum | 500 Lux | 19 |
| Empfang, Rezeption | 300 Lux | 22 |
| Flur, Treppenhaus | 100 Lux | 25 |
| Werkstatt, Produktion | 300–500 Lux | 22–25 |
Für Arbeitgeber: Diese Werte sind keine Empfehlungen, sondern Pflicht. Bei einer Gefährdungsbeurteilung wird die Beleuchtung geprüft.
Worauf du beim Kauf achten musst
- UGR-Angabe prüfen: Steht „UGR < 19″ im Datenblatt? Dann ist das Panel für Bildschirmarbeitsplätze geeignet. Fehlt die Angabe, ist es vermutlich nicht blendoptimiert.
- Mikroprisma-Optik: Panels mit Mikroprisma-Diffusor haben in der Regel bessere UGR-Werte als solche mit einfachem Opal-Diffusor.
- Preis-Indikator: Sehr günstige Panels (unter 20 €) haben selten einen UGR unter 19. Hier wird oft an der Optik gespart.
- Montagehöhe beachten: Der UGR-Wert gilt für eine bestimmte Einbauhöhe. Bei niedrigeren Decken kann die Blendung stärker sein als angegeben.
UGR im Homeoffice
Auch im Homeoffice solltest du auf den UGR-Wert achten. Zwar gelten die Normen hier nicht direkt, aber deine Augen kennen den Unterschied trotzdem. Wenn du täglich mehrere Stunden am Bildschirm arbeitest, lohnt sich ein Panel mit UGR < 19 – für weniger Ermüdung und angenehmeres Arbeiten.
Wie du LED Panels im Büro richtig planst, erfährst du in LED Panels im Büro planen.
Fazit: UGR ist kein Marketing-Buzzword
Der UGR-Wert ist ein messbares, normiertes Kriterium für Blendung. Für Bildschirmarbeitsplätze ist UGR < 19 Pflicht, für alle anderen Bürobereiche sollte er unter 22 liegen. Beim Kauf von LED Panels lohnt sich ein Blick ins Datenblatt – deine Augen werden es dir danken.
